Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR)

und die Mitgliedstaaten

Österreich (A), Deutschland (BRD)

 Schweiz (CH) und Liechtenstein (LIE)

 

A – Austria, Österreich:

Österreich ist dem Europarat am 16.4.1956 als 15. Mitgliedstaat beigetreten und hat die EMRK am 3.9.1958 ratifiziert.

 

Mit Ausnahme des 12. Zusatzprotokolls wurden in der Folge auch alle ZP (Zusatzprotokolle) ratifiziert.

Vorbehalte wurden zu den Artikeln 5 und 6 der EMRK sowie zum 1., 4. und 7. ZP erklärt.

 

Die Vorbehalte zu Art. 6 EMRK (öffentliche mündliche Verhandlung vor einem Tribunal) sowie zu Art. 4 des 7. ZP (Verbot der Doppelbestrafung)

wurden in der Folge in der Rechtsprechung des EGMR für unzulässig erkannt.

 

 

Statistik betreffend die gegen Österreich eingebrachten Beschwerden :

1959 bis 1998 gesamt:  3.299

Seit 1999 (vor einem Entscheidungsorgan - nicht nur eingebracht !):  1999:  227,  2000:  244,  2001:  230;   2002:  309,   2003:  322,  2004:  304 

2005:  299; 2006:  345; 2007:  329;  2008:  373;  2009:  410,  2010:  439,  2011:  386,  2012:  376  und  2013:  437

 

Urteile:  2000: 21;  2001:  18;  2002:  20;  2003:  19;  2004:  17;  2005:  22;  2006: 21;  2007:  23;  2008:  15;  2009:  15;  2010: 19;  2011: 12;  2012:  23,  2013:  16;  2014:  5;  2015:  8

Am 24.6.2014 waren gegen Österreich 292 Beschwerden anhängig.

 

Es gibt bislang vier Urteile der Großen Kammer des EGMR in österreichischen Fällen.

Das erste betrifft den Fall Maslov gegen Österreich - Urteil vom 23.6.2008, BeschwNr. 1638/03 - Verletzung des Art. 8 EMRK (6:1 Stimmen) betreffend Aufenthaltsverbot

gegen einen minderjährigen Bulgaren, welcher Straftaten begangen und im seinem Heimatland keine familiären Beziehungen hat.

Das zweite Urteil in einem österreichischen Fall hat die GrK am 7.7.2011 (Stummer - Österreich, BeschwNr. 37.452/02) gefällt.

Es ging um die Frage des Pensionsanspruchs eines Strafgefangenen.

Keine Verletzung des Art.14 EMRK iVm Art.1 des 1. ZP (10 : 7 Stimmen), keine Verletzung des Art.4 EMRK (16 : 1 Stimmen).

Das dritte Urteil der GrK in einem österreichischen Fall war jenes vom 3.11.2011 betreffend die Beschwerdeführer S.H. u.a., BeschwNr. 57.813/00

Verbot der in-vitro-fertilisation (heterologe Methoden); entgegen dem Kammerurteil vom 1.4.2010 keine Verletzung des Art. 8 EMRK, Art. 14 (iVm Art. 8) muss nicht gesondert geprüft werden.

Der vierte österreichische Fall vor der GrK (X. u.a., BeschwNr. 19.010/07) betrifft das Verbot der Adoption des Kindes des gleichgeschlechtlichen Partners (§ 182 Abs.2 ABGB),

in welchem am 3.10.2012 eine mündliche Verhandlung stattgefunden hat.

Am 19.2.2013 hat die Große Kammer zu diesem Fall das Urteil gefällt:

 

Im Mai 2007 hat der 5-Richter-Senat den Antrag der österreichischen Regierung abgelehnt, den Fall Hauser-Sporn*

(Urteil der 1.Kammer des EGMR vom 7.12.2006, BeschwNr. 37301/02) an die Große Kammer zu verweisen.

Am 22.11.2010 wurde der Antrag der Beschwerdeführer Schalk & Kopf (BeschwNr. 30.141/04) abgewiesen,

den Fall an die Grosse Kammer zu verweisen (Urteil der Kammer vom 24.6.2010: keine Verletzung der Art. 12 EMRK sowie der Art. 14 iVm 8 EMRK und Art. 1 des 1. ZP zur EMRK).

Am 8.10.2007 wurde der Antrag der österreichischen Regierung, den Fall Prischl (Urteil der ersten Kammer vom 26.4.2007; Verfahrensdauer und Zuspruch einer gerechten Entschädigung)

vor die Große Kammer zu bringen, abgelehnt.

Am 4.10.2010 hat der 5-Richter-Senat der Großen Kammer den Antrag der österreichischen Regierung, den Fall Frodl

(Urteil vom 8.4.2010, BeschwNr. 20.201/04, - Ausschluss eines Verurteilten vom Wahlrecht) vor die GrK zu bringen, abgelehnt.

Im Oktober 2012 hat es der 5-Richter-Senat abgelehnt, den Fall Bajsultanov - Österreich (Kammerurteil vom 12.6.2012) vor die Große Kammer zu bringen.

 

Österreich hat die Rechtsanwältin Elisabeth Steiner als Richterin an den EGMR entsandt.

Diese ist seit 1.11.2001 Richterin am EGMR, wurde am 3.10.2007 in dieser Funktion wiedergewählt und ist seit Ende 2012 Vizepräsidentin der 1. Kammer.

 

Der EGMR (und vorher die EKMR) hat bis Ende 2010 nachstehende Entscheidungen in österreichischen Fällen getroffen:

287 Urteile, in 215 davon wurde zumindest eine Konventionsverletzung festgestellt, in 36 Urteilen keine.

36 andere Erledigungen

6091 Beschwerden wurde für unzulässig erklärt

567 Beschwerde waren beim EGMR am 1.1.2011 in österreichischen Fällen anhängig, am 1.1.2012: 601

 

2 0 1 1 :   26  EGMR-Entscheidungen in österreichischen Fällen, davon 12 Urteile

2 0 1 2 :   41  EGMR-Entscheidungen in österreichischen Fällen, davon 23 Urteile

2 0 1 3 :   27  EGMR-Entscheidungen in österreichischen Fällen, davon 22 Urteile

2 0 1 4 :   14  EGMR-Entscheidungen in österreichischen Fällen, davon 7 Urteile

2 0 1 5 :   12  EGMR-Entscheidungen in österreichischen Fällen, davon 8 Urteile

 

Im Jahr 2013 hat der EGMR 633 Beschwerden gegen Österreich behandelt, 611 davon für zulässig erklärt oder gestrichen.

 

Österreich trägt im Jahr 2014 € 5,3 Mio zum Budget des Europarates bei, welcher den EGMR dotiert.

 

Gesamtstatistik der Konventionsverletzungen Österreichs bis Ende 2010:

Verletzung der Fairness (Art.6 Abs.1 EMRK): 32%, unangemessen lange Verfahrensdauer (Art.6 Abs.1 EMRK): 30%,

Verletzung des Art.10 (Meinungsäußerungsfreiheit): 12%, Verletzung des Art.14 EMRK (Diskriminierungsverbot): 8%, Verletzung anderer Konventionsrechte: 18%

In 75% aller Urteile wurde zumindest eine Konventionsverletzung festgestellt, in 13% keine, Vergleiche in 8% der Fälle, 4% andere Urteilserledigungen

4% aller Beschwerden waren zulässig, 96% unzulässig  (dies ist genau der Durchschnitt betreffend alle 47 Mitgliedstaaten)

 

Gesamtstatistik der festgestellten Konventionsverletzungen Österreichs bis Ende 2013:

6x Art.3, 10x Art.5, 181x Art.6 (90x Fairness und 91x Verfahrensdauer), 16x Art.8, 1x Art.9, 34x Art.10, 1x Art.11, 14x Art.13, 26x Art.14 EMRK, 4x Art.1 des 1. ZP und 1x Art.3 des 1. ZP

 

E G M R 

Österreichische  Fälle 

RA Dr. Postlmayr

A-5230 Mattighofen

 

Statistik:    ( Aktualität:  22.11.2016 )

Anzahl der jährlichen Urteile und Beschlüsse des EGMR in österreichischen Fällen:

Summe :    1636 Entscheidungen  ( 363 Urteile  und  1273 Beschlüsse )            2 0 1 4 :  5  Urteile  und  11  Beschlüsse                2 0 1 5  :   8 Urteile  und  7 Beschlüsse

 

 

2016

2015

2014

 

 

23 Fälle

15 Fälle

16 Fälle

 

 

 

 

 

2013 

2012 

2011

2010

2009

 27 Fälle

 41 Fälle

26 Fälle

32 Fälle

23 Fälle

 

 

 

 

 

2008

2007

2006

2005

2004

32 Fälle

37 Fälle

40 Fälle

53 Fälle

51 Fälle

 

 

 

 

 

2003

2002

2001

2000

1999

69 Fälle

60 Fälle

69 Fälle

74 Fälle

39 Fälle

 

 

 

 

 

1998

1997

1996

1995

1994

40 Fälle

79 Fälle

108 Fälle

107 Fälle

109 Fälle

 

 

 

 

 

1993

1992

1991

1990

1989

 96 Fälle

55 Fälle

58 Fälle

32 Fälle

28 Fälle

 

 

 

 

 

1988

1987

1986

1985

1984

26 Fälle

36 Fälle

9 Fälle

3 Fälle

1 Fall

 

 

 

 

 

1983

1982

1981

1980

1979

1 Fall

1 Fall

kein Fall

kein Fall

1 Fall

 

 

 

 

 

1978

1977

1976

1975

1974

kein Fall

1 Fall

1 Fall

1 Fall

6 Fälle

 

 

 

 

 

1973

1972

1971

1970

1969

6 Fälle

4 Fälle

9 Fälle

5 Fälle

4 Fälle

 

 

 

 

 

1968

1967

1966

1965

1964

4 Fälle

12 Fälle

3 Fälle

3 Fälle

4 Fälle

 

 

 

 

 

1963

1962

1961

1960

1959

6 Fälle

2 Fälle

2 Fälle

kein Fall

kein Fall

 

E G M R

Österreich - Statistik

hans@postlmayr.at

RA Dr. Postlmayr

 

Liste der bisher in österreichischen Fällen ergangenen Urteile.

 

BRD – Deutschland:

 

Die BRD ist dem Europarat am 13.7.1950 als 14. Mitgliedstaat beigetreten und hat die EMRK am 3.9.1953 ratifiziert.

 

Mit Ausnahme des 7. und 12. Zusatzprotokolls wurden in der Folge auch alle ZP (Zusatzprotokolle) ratifiziert, Vorbehalte wurden erklärt.

 

Seit dem Inkrafttreten des 11. ZP wurden bis Ende des Jahres 2006 gegen die BRD etwas mehr als 16000 Beschwerden eingebracht, es kam in dieser Zeitspanne zu 64 Urteilen

(insgesamt bis Ende 2007: 125). Im Jahr 2006 waren es 2151 Beschwerden, der EGMR hat in diesem Jahr 10 Urteile in BRD-Fällen gefällt.

 

Seit 2001 wurde folgende Anzahl von Beschwerden gegen die BRD eingebracht:

2001:  1620;  2002:  1775;  2003: 1935;  2004: 2562;  2005:  2164;  2006:  2217;  2007:  2495;  2008:  1.572;  2009:  1.515,  2010:  1.683;  2011:  1.754;  2012:  1492  und  2013: 1528

 

Seit Anfang 1999 hat der EGMR nachstehende Entscheidungen in deutschen Fällen getroffen:

 

1999:  23  davon   3   Urteile

2000:  20  davon   3   Urteile

2001:  36  davon  17  Urteile

2002:  23  davon   9   Urteile

2003:  29  davon  12  Urteile

2004:  21  davon   6   Urteile

2005:  40  davon  16  Urteile

2006:  38  davon  10  Urteile

2007:  74  davon  12  Urteile

2008:  55  davon  10 Urteile

2009:  61  davon  21 Urteile

2010:  76  davon  36 Urteile

2011:  53  davon  41 Urteile

2012:  42  davon  23 Urteile

2013:  31  davon    7 Urteile

2014:  27  davon  13 Urteile

2015:  24  davon  11 Urteile

 

In Summe bis 22.11.2014:  1.276 Entscheidungen, davon 242 Urteile und 1034 Beschlüsse (Zulässigkeitsentscheidungen und Streichungen)

 

Am 1.1.2009 waren beim Gerichtshof 2.488 Beschwerden gegen die BRD anhängig.

Ende 2010 waren 2.381 Beschwerden gegen die BRD anhängig, Ende 2011:  3003  und am 1.7.2014:  731

 

Deutschland hat Frau Renate Jäger als Richterin an den EGMR entsandt, welche am 1.7.2009 zur Vizepräsidentin der 5. Kammer bestellt wurde.

Seit 1.1.2011 ist Frau Angelika Nussberger deutsche Richterin beim EGMR.

 

Der EGMR (und vorher die EKMR) hat bis Ende 2010 nachstehende Entscheidungen in BRD-Fällen getroffen:

193 Urteile, in 128 davon wurde zumindest eine Konventionsverletzung festgestellt, in 47 Urteilen keine.

18 andere Erledigungen

19308 Beschwerden wurde für unzulässig erklärt

 

Allein im Jahr 2013 hat der EGMR 3040 Beschwerden gegen die BRD behandelt und 3033 davon für unzulässig erklärt.

Am 1.7.2014 waren gegen die BRD 731 Beschwerden anhängig.

Die BRD trägt 2014 zum Budget des Europarates € 35,4 Mio bei.

 

Gesamtstatistik der Konventionsverletzungen der BRD bis Ende 2010:

Verletzung der Fairness (Art.6 Abs.1 EMRK): 10%, unangemessen lange Verfahrensdauer (Art.6 Abs.1 EMRK): 51%,

Verletzung des Art.8 (Privat- und Familienleben): 10%, Verletzung des Art.5 EMRK (Freiheitsrecht): 9%, Verletzung anderer Konventionsrechte: 20%

In 66% aller Urteile wurde zumindest eine Konventionsverletzung festgestellt, in 24% keine, Vergleiche in 5% der Fälle, 5% andere Urteilserledigungen

Nur 1% (!) aller Beschwerden waren zulässig, 99% unzulässig.

 

Gesamtstatistik der festgestellten Konventionsverletzungen der BRD bis Ende 2013:

3x Art.3, 28x Art.5, 120x Art.6 (18x Fairness und 102x Verfahrensdauer), 9x Art.7, 20x Art.8, 5x Art.10, 2x Art.11, 23x Art.13, 12x Art.14 EMRK und 3x Art.1 des 1. ZP

 

 

CH – Schweiz:

Die Schweiz ist dem Europarat am 6.5.1963 als 17. Mitgliedstaat beigetreten und hat die EMRK am 28.11.1974 sowie bislang nur die Zusatzprotokolle  6, 7 und 13  ratifiziert;

Vorbehalte wurden erklärt und am 29.9.2000 zu Art. 6 Abs.1 EMRK zurückgezogen. Derzeit sind Vorbehalte zu Art.1 und 5 des 7. ZP aufrecht.

 

Gegen die Schweiz wurde seit 2001 folgende Anzahl von Beschwerden erhoben:

2001:  327;  2002:  282;  2003:  273;  2004:  311;  2005:  296;  2006:  335;  2007: 455;  2008:  261;  2009:  471;  2010:  368;  2011:  357;  2012:  328  und  2013:  445

Am 1.1.2009 waren beim Gerichtshof 559 Beschwerden gegen die Schweiz anhängig, Ende 2010 waren es  837,  Ende 2011:  1.052  und am 1.7.2014:  171

Die Schweiz hat Herrn Giorgio Malinverni als Richter an den EGMR entsandt, welcher zwischen 2006 und 2011 dort Richter war,

seit 2011 ist Helen Keller Richterin.

 

Der EGMR (und vorher die EKMR) hat bis Ende 2010 nachstehende Entscheidungen in schweizer Fällen getroffen:

102 Urteile, in 71 davon wurde zumindest eine Konventionsverletzung festgestellt, in 24 Urteilen keine.

7 andere Erledigungen

3848 Beschwerden wurde für unzulässig erklärt

 

Bis heute (22.11.2014) hat der EGMR in schweizer Fällen 526 Entscheidungen gefällt, davon 152 Urteile und 374 Beschlüsse (Zulässigkeitsentscheidungen und Streichungen)

 

Im Jahr 2012 hat der EGMR 341 Beschwerden gegen die Schweiz behandelt, 333 davon für unzulässig erklärt oder aus der Liste gestrichen, es gab 8 Urteile

 

Im Jahr 2013 hat der EGMR 1197 Beschwerden gegen die Schweiz behandelt, 1184 davon für unzulässig erklärt oder aus der Liste gestrichen, es gab 13 Urteile

 

Im Jahr 2014 hat der EGMR 403 Beschwerden gegen die Schweiz behandelt, 384 davon für unzulässig erklärt oder aus der Liste gestrichen, es gab 19 Urteile

 

Die Schweiz trägt € 7,9 Mio zum Budget des Europarates bei.

 

Gesamtstatistik der Konventionsverletzungen der Schweiz bis Ende 2010:

Verletzung der Fairness (Art.6 Abs.1 EMRK): 32%, Verletzung des Art.10 (Meinungsäußerungsfreiheit): 15%, Verletzung des Art.5 EMRK (Freiheit): 17%,

Verletzung des Art.8 EMRK (Privat- und Familienleben): 18%, Verletzung anderer Konventionsrechte: 18%

In 70% aller Urteile wurde zumindest eine Konventionsverletzung festgestellt, in 23% keine, Vergleiche in 5% der Fälle, 2% andere Urteilserledigungen

Nur 3% aller Beschwerden waren zulässig, 97% unzulässig.

 

Gesamtstatistik der festgestellten Konventionsverletzungen der Schweiz bis Ende 2013:

1x Art.2, 2x Art.3, 13x Art.5, 35x Art.6 (28x Fairness und 7x Verfahrensdauer), 21x Art.8, 1x Art.9, 13x Art.10, 1x Art.11, 1x Art.12, 2x Art.13 und 4x Art.14 EMRK

 

E G M R

S c h w e i z 

2006  - 2 0 1 1

RA Dr. Postlmayr

 

Liechtenstein:

Liechtenstein ist dem Europarat am 23.11.1974 als 21. Mitgliedstaat beigetreten und hat die EMRK am 8.9.1982 ratifiziert.

Mit Ausnahme des 7. und 12. ZP wurden in der Folge alle ZP (Zusatzprotokolle) ratifiziert.

Es gibt folgende 6 Urteile des EGMR in Fällen gegen Liechtenstein:

1.  Wille gegen Liechtenstein; Urteil der Grossen Kammer des EGMR vom 28.10.1999  BeschwerdeNr. 28.396/95:

Verletzung der Artikel 10 und 13 EMRK (16:1 Stimmen) und Zuspruch von SFR 10.000,-- für immateriellen Schaden.

 

2.  Peter Frommelt gegen Liechtenstein; Urteil vom 24.6.2004;

BeschwerdeNr. 49.158/99: Verletzung des Art. 5 Abs.4 EMRK

 

3.  Steck-Risch u.a. gegen Liechtenstein; Urteil vom 19.5.2005; BeschwerdeNr. 63.151/00

Keine Verletzung des Art. 6 Abs.1 EMRK betreffend Unparteilichkeit eines Richters

Verletzung des Art. 6 Abs.1 EMRK betreffend Waffengleichheit (Verfahrensdauer)

 

4.  Hoffen gegen Liechtenstein; Urteil vom 27.7.2006;

BeschwerdeNr. 5.010/04. Dauer eines Strafprozesses - Verletzung des Art. 6 Abs.1 EMRK; SFR 2.500,-- für immateriellen Schaden.

 

5.  Schädler gegen Liechtenstein; Urteil vom 21.10.2010, BeschwerdeNr. 32.763/08

Verletzung des Art.6 Abs.1 EMRK - Verfahrensdauer

 

6.  Schädler-Eberle gegen Liechtenstein; Urteil vom 18.7.2013, BeschwerdeNr. 56.422/09

mündliche Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht; keine Verletzung des Art.6 Abs.1 EMRK

 

In weiteren 14 Fällen gab es Beschlüsse (Zulässigkeitsentscheidungen und Streichungen)

 

In den Jahren 2001 bis 2010 wurden gegen Liechtenstein folgende Beschwerden erhoben:

2001:  2;  2002:  3;  2003:  5;  2004:  5;  2005:  2;  2006:  1;  2007:  5;  2008:  8;  2009:  14;  2010:  15;  2011:  9;  2012: 16;  2013:  7 

Liechtenstein hat im Jahr 2006 Herrn Mark Villiger (Schweizer) als Richter an den EGMR entsandt.

 

In den Jahren 2007 bis 2009 gab es kein Urteil in einem liechtensteiner Fall sondern nur folgende (einzige) Zulässigkeitsentscheidung:

Dassa Foundation gegen Liechtenstein; Zulässigkeitsentscheidung vom 10.7.2007; BeschwNr. 695/05

Beschlagnahme von Vermögen einer Stiftung wegen des Verdachts der Geldwäsche  -  Unzulässigkeit der Beschwerde.

 

In den Jahren 2010 und 2011 gab es ein Urteil in einem liechtensteiner Fall sowie eine Zulässigkeitsentscheidung und eine Streichung:

Fall Schädler u.a.: Urteil vom 21.10.2010, BeschwNr. 32.763/08: Verletzung des Art.6 Abs.1 EMRK (Verfahrensdauer)

Fall Steck-Riesch: Zulässigkeitsentscheidung vom 11.5.2010, BeschwNr. 29.061/08: unzulässig (vorangegangenes Urteil vom 19.5.2005; Verstoß gegen die Waffengleichheit)

Fall Bekerman: Streichung des Falles aus der Liste am 29.11.2011 nach Vergleich, BeschwNr. 15.994/10 - Entschädigung wegen unangemessener Verfahrensdauer durch den Staat

 

Der EGMR (und vorher die EKMR) hat bis Ende 2014 20 Entscheidungen in liechtensteiner Fällen getroffen:

6 Urteile, in allen wurde zumindest eine Konventionsverletzung festgestellt und 14 Zulässigkeitsentscheidungen.

14 Beschwerde waren beim EGMR am 1.1.2011 in Fällen gegen Liechtenstein anhängig, am 1.7.2014:  13

Liechtenstein trägt im Jahr 2014 € 365.000,-- zum Budget des Europarates bei.

 

Gesamtstatistik der Konventionsverletzungen Liechtensteins bis Ende 2010:

Verletzung der Fairness (Art.6 Abs.1 EMRK): 17%, unangemessen lange Verfahrensdauer (Art.6 Abs.1 EMRK): 33%,

Verletzung des Art.10 (Meinungsäußerungsfreiheit): 17%, Verletzung des Art.5 EMRK (Freiheitsrecht): 16%, Verletzung des Art.13 (effektives Rechtsmittel: 17%

In 100% aller Urteile, also in allen 5 wurde zumindest eine Konventionsverletzung festgestellt.

8% der Beschwerden waren zulässig, 92% unzulässig  (Durchschnitt aller 47 Mitgliedstaaten: 4% zulässig, 96% unzulässig)

Seither nur ein Urteil: keine Verletzung des Art.6 EMRK

 

Gesamtstatistik der festgestellten Konventionsverletzungen Liechtensteins bis Ende 2013:

1x Art.5, 3x Art.6, 1x Art.10 und 1x Art.13 EMRK

 

E G M R

A - BRD - CH - LIE

Aktuelles

RA Dr. Postlmayr

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